Die erste bekannte Fotografie

Der Franzose Joseph Nicéphore Nièpce erfand die Heliografie, die erste fotografische Technik der Welt. Der am 7.3.1765 in Chalon-sur-Saône geborene Joseph Nicéphore Nièpce – am 5.7.1833 in Saint-Loup-de-Varennes, Frankreich, verstorben – machte die erste Fotografie, die im Jahre 1826 bekannt wurde. Das Bild eines Hinterhofes mit dem Titel "Blick aus dem Fenster" ist die Fotografie, die als die älteste datiert wird und immer noch gut erhalten ist. Dieses Bild gehört zur Sammlung Gernsheim, die in der University of Texas in Austin beheimatet ist.
Zwar gelang es Joseph Nicéphore Nièpce schon 1824, einen Kupferstich zu kopieren und fixieren; doch als erstes Foto galt und gilt diese Kopie nicht, denn sie wurde nicht mit einer Kamera aufgenommen. Weitere aufwendige Experimente folgten. Erst im frühen Herbst des Jahres 1826 gelang es Joseph Nicéphore Nièpce, die erste lichtbeständige Fotografie zu machen. Er fotografierte den Blick aus dem Fenster im Format 16,5 x 21 cm und mit einer Belichtungszeit von etwa acht Stunden. Dabei verwendete er die "Camera obscura" sowie eine Zinnplatte, die eine Beschichtung aus lichtempfindlichem Asphalt als chemische Substanz aufwies.
Im Buch von Roland Barthes – in der spanischen Ausgabe – wird ein Bild gezeigt, das noch älter ist. Das 1989 in Barcelona erschienene Buch "La chambre claire" zeigt eine Fotografie mit dem Titel "Table ready", die auch von Joseph Nicéphore Nièpce stammen soll und auf das Jahr 1822 datiert ist. Das Verfahren, mit dem Nièpce seine Fotografien gemacht hat, wurde von ihm Heliografie genannt. Sein Cousin, Claude Félix Abel Nièpce, und Louis Daguerre führten die Arbeiten nach dem Tode von Joseph Nicéphore Nièpce fort und erreichten es im Jahre 1839, dass die Fotografie marktreif wurde. Joseph Nicéphore Nièpce erlebte dies nicht mehr – er starb 1833. Auch heute noch findet die Heliografie Verwendung und wird u. a. für Edeldruckverfahren angewendet.




