Die Geschichte der Fotografie

Die Geschichte der Fotografie ist untrennbar mit der Geschichte der Fotokamera verbunden, da die Kamera für den Fotografen so unersetzbar ist wie die Farbe für den Maler. Ohne das eine könnte das andere nicht existieren. Die Geschichte der Fotografie begann bereits im Hochmittelalter. Ab dem 11. Jahrhundert war eine "Camera obscura" bekannt. Dabei handelte es sich um einen lichtdichten Behälter, in dessen Vorderseite ein kleines Loch gebohrt wurde. Durch das Loch, das wie ein Objektiv wirkte, gelangte Licht ins Innere. Dort wurde ein seitenverkehrtes, auf den Kopf stehendes Abbild des Gegenstands vor dem Objektiv auf die Rückwand geworfen. Noch heute dienen solche Vorrichtungen manchmal der Sonnenbeobachtung bei öffentlichen Vorführungen.
Für das erste bekannte Foto aus dem Jahr 1826 wurde ebenfalls eine "Camera obscura" benutzt. Das Abbild wurde auf eine Zinnplatte projiziert, die mit Asphalt beschichtet war. Auf den Stellen, auf die das Sonnenlicht traf, verhärtete sich der Asphalt, an dunklen Stellen dagegen blieb er weich und wurde später weggewaschen. Damit war das Grundprinzip der Fotografie erfunden worden. Ein reichliches Jahrzehnt später wurde das Verfahren durch Daguerre verbessert. Er benutzte Quecksilberdämpfe und Kochsalzlösung oder Natriumthiosulfat zur Fixierung. Diese frühen Fotografien werden nach dem Erfinder als Daguerreotypien bezeichnet.
Fotografen experimentierten immer weiter, weil Quecksilberverbindungen nicht sehr lichtempfindlich waren und extrem lange Belichtungszeiten erforderten, die mehrere Stunden betragen konnten. Sie entdeckten schließlich, dass sich Silberverbindungen besser eignen. Sie werden bis heute verwendet. Am Anfang wurde Fotografie meist im Studio betrieben, weil die frühen Kameras sehr groß und unhandlich waren. Damals wurden Fotos nur zu besonderen Anlässen wie Krönungen oder Jubiläen angefertigt. Nach und nach wurden Fotografien auch für private Zwecke üblich, beispielsweise bei Hochzeiten. Allgemein verbreitete sich die Fotografie allerdings erst nach der Entwicklung des Rollfilms und der Kleinbildkamera am Anfang der 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Damals kamen die ersten Fotokameras auf den Markt, die man bequem mit sich zu führen vermochte und die keine extrem langen Belichtungszeiten mehr benötigten.




