Thesen zur Zukunft der Fotografie

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Es ist schwer abzuschätzen, wie die Fotografie in einigen Jahrzehnten im Vergleich zur heutigen Zeit aussehen wird. Schließlich hätte sich auch kaum jemand 1950 ein modernes Smartphone mit integrierter Digitalkamera, Internetverbindung, MP3-Player, Radio, Navigationssoftware und anderen Extras vorstellen können. Trotzdem ist es einen Versuch wert, einige Behauptungen aufzustellen. Ob sie sich als wahr erweisen oder nicht, wird die Zukunft zeigen.

Obwohl die Zukunft digital sein wird, werden analoge Kameras trotzdem nicht vollständig von der Bildfläche verschwinden. Genauso, wie klassische Automobile oder Schallplatten bis heute ihre Freunde haben, wird es immer Menschen geben, die lieber mit einem analogen Fotoapparat Bilder machen. Gleichzeitig wird sich die digitale Fotografie so weit entwickeln, dass die Qualität der Fotos dem natürlichen Sehvermögen der Augen nahekommt. Der Trend wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu dreidimensionalen Fotos und Videos gehen. Bereits jetzt erscheinen die ersten Digitalkameras in den Geschäften, die räumliche Aufnahmen zustande bringen. Wahrscheinlich ist auch, dass mehr und mehr Geräte miteinander verschmelzen werden – eine Entwicklung, die bereits heute von den Smartphones eingeleitet wird. Höchstwahrscheinlich wird auch das Internet eine größere Rolle spielen als zuvor. Es ist denkbar, dass zum Beispiel der interne Speicher einer digitalen Kamera nur noch als Zwischenspeicher dient und die Bilder bzw. Videos direkt in das Internet geschickt werden und dort gespeichert werden, unabhängig davon, wo sich die Kamera gerade befindet. Dadurch wird es beispielsweise der Großmutter ermöglicht, zu Hause live am Fernseher (der inzwischen auch mit dem PC verschmolzen sein dürfte) die Stadtrundfahrt ihrer Kinder und Enkel durch Paris oder die Safari im afrikanischen Busch mitzuverfolgen.

Der Beruf des Fotografen wird zwar nicht aussterben, aber starken Veränderungen unterworfen sein. In Zukunft wird es wohl weniger auf handwerkliche Fähigkeiten ankommen, weil viele dieser Aufgaben durch automatische Funktionen und Bildbearbeitungsprogramme wahrgenommen werden. Dafür kommt der künstlerische Aspekt der Fotografie stärker zur Geltung. Ein gutes Foto entsteht, wenn es gelingt, den Zauber des Moments einzufangen. Dafür gibt es keinen automatischen Motivsucher und wird auch zukünftig keinen geben.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Oliver Schmid

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